Wer kennt Christian Morgenstern?


                                                              

Wer kennt schon Christian Morgenstern –
für viele ein Dichter,  so weit, so fern.
Nicht für Professoren und Doktoranden,
die haben Quellen und Folianten.
Auch die Literaten aus Bergisch Gladbach von „Wort und Kunst“
haben eine Ahnung, einen gewissen Dunst
von dem was er sagen wollte, von dem was er schrieb,

und was uns davon heute noch blieb.
Sie betätigen sich als Epigonen und Interpreten
und wollen in der Gnadenkirche vors Publikum treten.
Sie wollen rezitieren, nicht ohne Hintergrundwissen zu geben,
zu Morgensterns Werken, aus seinem Leben.
Vom großen Vorbild inspiriert,
Selbsterdachtes mit Pathos rezitiert.

 

Das könnte aber auch daneben gehen,
und dann würde man ganz schön alt aussehen!
Da erinnert man sich – Ihr wisst es schon -
an die Veranstaltung "Wort trifft Ton".
Da lud man ein einen ganz besonderen Chor
und trug seine Gedichte und Texte vor.
Der Chor Lampenfieber, geleitet von HG,
der singt toll, der ist wirklich OK!
Er vertieft, überträgt und parodiert der Autoren Ideen,
das Publikum war begeistert, das konnte man sehen.

 

So auch diesmal mit schmissigen Liedern, Sätzen und Weisen,
greift man auf Worte, Gedanken mit TÖNEN, mit lauten und leisen.
Die Besucher in der Kirche der Gnaden,
die so zahlreich sind geladen,
sie nun begreifen etwas von Morgenstern, sie verstehen,
sind begeistert und wollen nicht mehr nach Hause gehen.

 

Am Firmament macht der Mond sich auf, beginnt seinen nächtlichen Gang,
da schallt aus der Kirche "Fisches Nachtgesang".
Der Abendstern der folgt dem Mond auf seine Runde
und überall verbreitet sich die Kunde:
Oft steht der Dichter allein mit seiner Vision,
kommt aber ein Chor dazu – ihr ahnt es schon -

dann wird die UNTEILBARKEIT DER KUNST
dem Zuhörer ein Erlebnis von ganz besonderer Gunst.

 
Der Morgenstern schaut schon hinter einer Wolke hervor,
er blinzelt, als betrachte er die Dichter, als höre er den Chor,
er lächelt  zufrieden
, als er wahrnimmt, was geschieht hienieden.
 
 

Wer kennt Christian Morgenstern?
Die Besucher der Gnadenkirche beantworten die Frage gern!


Wolfgang Müller 


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Refrather Sänger auf römischen Spuren


Auf den Spuren der Römer wandelten die Mitglieder des Refrather Chors Lampenfieber, die sich vor dem Start der neuen Probesaison auf einem Ausflug in die benachbarte Domstadt vergnügten. Chorsprecher Michael Roth, der ein mehrsemestriges Studium an der Kölsch-Akademie absolvierte, führte durch das römische Köln und beeindruckte die Chormitglieder mit seinen detaillierten Geschichtskenntnissen. (bfh)

Bergische Landeszeitung vom 14.09.09


  Hück wore mer bej dä Römer in Kölle,
dröm wollt ech och jet in Latein verzälle.

Duobus cum adiutoribus exploravisti, ubi viae optimae sint ingrediendae.
Multa vidimus atque comperimus, quae Coloniae duo milia annos ante acta essent.
Apud LUMINIS PAVOREM vir eminens turbamque contenturus es
.
 Häss met zwei Assistente en Vortour jemaht
und dobei dä beste Wäsch fesjelaat,
mir han vill jesinn un vill erfahre, wie et wor in Kölle für zweitausend Jahre.
Bej LAMPENFIEBER bess de ne wichtije Mann, dä dat janze Schmölzje zesamme halde kann.

Fac ut provenias et adeas me summo insigne chori nostri te ornaturum.
 
Exercens potius semper hanc laurum adhibeas, Romanis iam gratiae insigne notam.
Quare cuncti pro tua, Michaele, salute nunc cervisiam Coloniacam bibamus!
 Nemm et nitt als eine Bürde, ene Lorbeerkranz, schunn bej dä Römer enn Zeiche vunn Würde.

Jets drinke mer opp dich zesamme e Kölsch!

Auszüge aus der kölsch-lateinischen Laudatio von Wolfgang